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Mehr als nur eine Stradivari des Mittelalters Spektakuläres Forschungsprojekt für die Epochenausstellung „Aufbruch in die Gotik“ |
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Es ist tatsächlich so, dass bei der Erforschung der Musikinstrumente etwas geschieht und sichtbar wird, was es bisher noch nicht gegeben hat. So wie der Lack des Geigenbauers Stradivari das Geheimnis seines Erfolges war, so sind die Innenmaße und Konstruktionsdetails der Musikinstrumente die bis heute nicht entschlüsselten Geheimnisse der Flöten, Schalmeien und Drehleiern. Entdeckung verborgener Geheimnisse
Informationen zu den Instrumenten: Drehleier erbaut zwischen 1400-1480, Beim Umbau eines spätmittelalterlichen Hauses in der Nähe der Stadtmauer der Stadt Konstanz/Bodensee wurde das im 18. Jahrhundert über einen Fehlboden gelegte Holz entfernt. Der alte Fehlboden wurde geöffnet und darin Keramik, Münzen etc. und auch diese Drehleier gefunden. Das Instrument gelangte in den Besitz des damals bekannten Sammlers Erdmann, der es seitdem in seinem Museum zu Goslar ausstellt. Blockflöte - Kernspaltflöte erbaut ca. 1200 - 1250 Fund 1987 in der "Kloake 6" der Weender Straße 27, Göttingen. Das war die älteste der Kloaken eines mittelalterlichen Steinhauses. Man fand und ergrub 3 Schichten: oben neuzeitlicher Bauschutt, in der Mitte lockere braune Erde und ganz unten die typische Kloakenkonsistenz: "Je 10 cm mächtige grünliche und schwarze kompakte Schichten mit stark aromatischem Geruch." Zahlreiche Keramik, Glas- und Metallfunde des 13/14. Jahrhunderts. Andere Holzreste in der Dendrochronologie: von 1246-1322. Die Flöte wurde im nassen Zustand in das Deutsche Schifffahrts-Museum nach Bremerhaven gebracht und dort konserviert: ein Jahr im Polyethlenglycolbad. Diese Blockflöte, die älteste bekannte des Mittelalters, liegt in der Sammlung des Musikwissenschaftlichen Seminars der Universität Göttingen unter der Leitung des AOR Dr. Klaus-Peter Brenner.
Technischer Ablauf der Scanns Beide Instrumente wurden in einem medizinischen Spiral-CT gemessen (für die digitalen 3D-Modelle in der zukünftigen Ausstellung, die dem Besucher einen Blick in das Innenleben und das Konstruktionsprinzip der Instrumente ermöglichen sollen) und dann auch noch in einem höherauflösenden C-Bogen-Tomographen, mit dem Teile der Drehleier und der Flöte gemessen wurden, um Details genauer erkennen zu können. Um gute Ergebnisse, gerade bei der Drehleier mit ihren vielen Metallteilen, zu erhalten, mussten die Messparameter (Strahlungsintensität, Filterungen) angepasst werden, die in diesem Falle deutlich anders sind als bei "normalen" Patienten. Bei der Drehleier wurde speziell das Bauprinzip betrachtet und analysiert, das sich von dem moderner Drehleiern deutlich unterscheidet, aber trotzdem auf hohe handwerkliche Fertigkeiten schliessen lässt. Die Forschungsergebnisse, Scanns und 3-D Animationen werden in der großen Epochenausstellung „Aufbruch in die Gotik“ in Magdeburg präsentiert. Pressekontakt: |